Benennung des Bahnhofsplatzes Süd in Roman-Herzog-Platz

01. Februar 2017


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

für die nächste Sitzung des Gemeinderates stellen die Unterzeichner gem. § 18 Abs. 3 der Geschäftsordnung des Gemeinderates der Stadt Heidelberg den Antrag, folgenden Tagesordnungspunkt aufzunehmen:


Benennung des Bahnhofsplatzes Süd in Roman-Herzog-Platz

1. Diskussion und Aussprache

2. Anträge

 

Begründung: 

Der kürzlich verstorbene ehemalige Bundespräsident Roman Herzog war eine allseits geachtete Persönlichkeit und genießt bis heute bei der Bevölkerung, sei es im In- oder Ausland, großes Ansehen. Er hat sich im Rahmen seiner vielfältigen Tätigkeiten große Verdienste um die Bundesrepublik, aber auch um Baden-Württemberg und die Region erworben und ein solcher Gedenkplatz würde ihn und seine Verdienste entsprechend würdigen. Er war im Laufe seines Lebens u.a. ordentliches Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands, Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, Vorsitzender und Mitglied des Kuratoriums der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., Minister für Kultur und Sport des Landes Baden-Württemberg, Mitglied des Landtages und Innenminister von Baden-Württemberg, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Präsident des Bundesverfassungsgerichts und von 1994 bis 1999 nahm er das Amt des Bundespräsidenten wahr. Auch nach seiner Amtszeit nahm er viele verantwortungsvolle Ämter wahr. Beispielsweise als langjähriges Mitglied des Advisory Boards und des Vereins der Freunde und Förderer unterstützte er das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg nachhaltig. Ein besonderes Anliegen war ihm die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Für seine vielfältigen Verdienste erhielt er zahlreiche Ehrungen, u.a. das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik, die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und mehrfach wurde er auch mit ausländischen Ehrungen bedacht. 

Er machte auch den 27. Januar, den Tag, an dem die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz befreit hatte, zum Holocaust-Gedenktag. Auch dies ein großer Verdienst Roman Herzogs. 

Während seiner beruflichen Tätigkeit in Speyer als Rektor der Hochschule für Verwaltungswissenschaften hat Roman Herzog über vier Jahre in Heidelberg, im schönen Ziegelhausen, mit seiner Familie gewohnt und hat sich hervorragend in die damalige Dorfgemeinschaft eingelebt. Er hat als Mensch „wie Du und ich“ in dieser Gemeinschaft gelebt und hat zu allen Nachbarn ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt. Die Freundschaft zu Heidelberg hat ihn sein ganzes Leben über begleitet und er hat Heidelberg und seine Freunde und Nachbarn hier immer wieder gerne und oft besucht. Dabei ist er immer Mensch geblieben, ganz unabhängig davon, welches ranghohe Amt er gerade begleitete. 

 

Die Benennung des für Heidelberg wichtigen künftigen Bahnhofsplatzes Süd in Roman-Herzog-Platz würde sein Wirken und Leben entsprechend würdigen.  

 

Die notwendigen Unterschriften sind beigefügt.

 

 

Gelesen 1930 mal Letzte Änderung am 08.03.2017